Neun EU-Staaten fordern Realismus bei der Umsetzung der LULUCF-Verordnung
Gemeinsames Papier im EU-Umweltrat setzt auf Waldumbau und aktive Bewirtschaftung statt kurzfristiger Senkenziele
Berlin, 18. März 2026. Neun EU-Länder fordern mehr Realismus in der europäischen Waldpolitik. Österreich, Tschechien, Estland, Frankreich, Ungarn, Lettland, Litauen, Portugal und die Slowakei machen in einem gemeinsamen Papier im EU-Umweltrat deutlich: Für wirksamen Klimaschutz im Wald sind langfristig stabile und widerstandsfähige Wälder entscheidend. Dafür braucht es aktiven Waldumbau und nachhaltige Bewirtschaftung statt einer Politik, die sich vor allem an kurzfristigen Senkenzahlen orientiert.
Die Staaten weisen darauf hin, dass Wälder in ganz Europa zunehmend unter Druck geraten. Dürre, Stürme, Borkenkäfer und andere Schadereignisse nehmen zu. Gleichzeitig verändert sich die Altersstruktur vieler Wälder. All das beeinflusst die CO₂-Bilanz der Wälder erheblich und lässt sich politisch nur begrenzt steuern. Umso wichtiger sei es, die Widerstandskraft der Wälder zu stärken und sie aktiv an den Klimawandel anzupassen.
„Klimaschutz im Wald funktioniert nicht über politisch festgelegte Senkenzahlen“, sagt Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst. „Wenn Ziele an der Realität der Wälder vorbeigehen, hilft das weder dem Wald noch dem Klima. Die LULUCF-Ziele müssen deshalb an die tatsächliche Entwicklung der Wälder und die Folgen des Klimawandels angepasst werden. Entscheidend ist, unsere Wälder aktiv umzubauen und an den Klimawandel anzupassen. Nur stabile und widerstandsfähige Wälder können auch in Zukunft zuverlässig CO₂ binden.“
Aus Sicht der Familienbetriebe Land und Forst sollte Deutschland die Initiative der neun Staaten aktiv unterstützen. Wenn sich in Europa zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass stabile und klimafeste Wälder entscheidend für den Klimaschutz sind, muss Deutschland diese Diskussion aufgreifen und sich auf EU-Ebene für eine Anpassung der LULUCF-Ziele einsetzen.

